Der weltweite Bedarf an Rohstoffen ist enorm, und Deutschland importiert jährlich Rohstoffe im Wert von 130 bis 140 Milliarden Euro. Die Fachvereinigung Auslandsbergbau und internationale Rohstoffaktivitäten (FAB) setzt sich dafür ein, dass deutsche Unternehmen verstärkt eigene Rohstoffgewinnungsprojekte im Ausland betreiben, um Abhängigkeiten von volatilen Rohstoffmärkten zu reduzieren. Auf der bauma 2016 erklärte Dr. Martin Wedig, Geschäftsführer der FAB, die Herausforderungen und Strategien der Branche.
Der Rohstoffmarkt ist starken Schwankungen unterworfen, die zu erheblichen Kostensteigerungen für die deutsche Industrie führen können. Besonders in Zeiten hoher Nachfrage können seltene Metalle wie Neodym oder Molybdän erheblich teurer werden. Um sich unabhängiger von internationalen Marktpreisen zu machen, investieren Unternehmen zunehmend in eigene Rohstoffgewinnung, vor allem in rohstoffreichen Ländern wie Australien, Nordamerika, Südamerika und Afrika.
Besondere Aufmerksamkeit liegt auf den sogenannten "kritischen Rohstoffen", die für industrielle Anwendungen unentbehrlich sind. Hierzu zählen seltene Erden wie Neodym, das für Elektromotoren und Magnettechnologie verwendet wird. Die dominierende Rolle Chinas in diesem Bereich führt zu Preis- und Lieferunsicherheiten. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzen deutsche Unternehmen zunehmend auf eigene Rohstoffquellen.
Ein zentraler Punkt ist der Umweltschutz im Bergbau. Obwohl internationale Umweltstandards unterschiedlich ausgeprägt sind, setzt sich die FAB für einheitliche Regelungen ein. Umweltfreundlicher Bergbau beginnt bereits bei der Planung und muss langfristig gedacht werden, da Bergbauprojekte oft über mehrere Jahrzehnte laufen. Die FAB engagiert sich in verschiedenen internationalen Gremien für bessere Umweltauflagen, insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern.
Trotz der aktuellen globalen Entwicklungen bietet der Rohstoffmarkt erhebliche Investitionsmöglichkeiten. Viele große Rohstoffkonzerne verkaufen derzeit ihre Abbaurechte, was deutschen Unternehmen die Chance gibt, in den Markt einzusteigen. Firmen wie BASF, Lanxess oder ThyssenKrupp haben bereits eigene Rohstoffprojekte ins Leben gerufen. Die FAB sieht darin eine große Chance, langfristig stabile Rohstoffquellen für die deutsche Industrie zu sichern.